Versicherungsrecht

Sie haben eine Versicherung abgeschlossen und der Versicherer zahlt trotz Fälligkeit nicht oder wirft Ihnen vor, die Antragsfragen nicht richtig beantwortet zu haben? Ihre Kranken- oder Unfallversicherung hält sich nicht für eintrittspflichtig? Zahlungen erfolgen nur schleppend oder die Versicherungsleistungen werden von Ihnen zurückgefordert (Regreß)?

Das Versicherungsrecht ist sehr komplex. Da fast jeder Bundesbürger/-in eine Versicherung abgeschlossen hat und bei einem Kraftsfahrzeug auch abschließen muss (Pflichtversicherung) betrifft es jeden.

Es existiert eine unüberschaubare Menge an Versicherungen und Versicherungsarten, dass man schon einmal den Überblick verlieren kann. Es wird zwischen Personen- und Sachversicherungen unterschieden. Dazu zählen u.a.

 

  • Unfallversicherungen
  • Lebensversicherungen
  • Haftpflichtversicherungen
  • Hausratversicherungen
  • Krankenversicherungen
  • Kfz-Versicherungen
  • Gebäudeversicherungen
  • Rentenversicherungen
  • Pflegeversicherungen
  • Berufsunfähigkeitsversicherungen
  • Risikoversicherungen
  • Pflichtversicherungen
  • etc.

Das Versicherungsrecht umfasst dabei regelmäßig das Privatversicherungsrecht und das Sozialversicherungsrecht. Das Privatversicherungsrecht regelt die Beziehung zwischen Versicherungsnehmer und Privatversicherung. Das Sozialversicherungsrecht ist Öffentliches Recht, dem auch das Sozialrecht zugeordnet wird. Hier geht es zumeist um das Verhältnis zwischen dem Versicherten und dem Sozialversicherungsträger, z.B. der gesetzlichen Krankenversicherung, der Rentenversicherung oder der gesetzlichen Unfallversicherung, aber auch um Arbeitslosengeld und Hartz IV.

Schadensfall

Ein alltägliches Problem im Versicherungsrecht. Erst im Schadensfall erweist sich, ob die abgeschlossene Versicherung tatsächlich die Risiken abdeckt.

Bereits beim Abschluss einer Versicherung lauern vielfältige Gefahren. Ein Versicherungsnehmer muss die ihm gestellten Antragsfragen, z.B. bei einer Lebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung oder Unfallversicherung korrekt und vollständig beantworten.

Im Schadensfall, also bspw. bei Geltendmachung einer Berufsunfähigkeitsrente, holt der Versicherer umfassend Arztberichte ein und prüft dann, ob die im Antragsformular gestellten Gesundheitsfragen richtig beantwortet wurden. Ist das nicht der Fall, lehnt der Versicherer wegen Verletzung der Anzeigeobliegenheit die Leistung ab, erklärt die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung und Rücktritt oder kündigt den Versicherungsvertrag. Gleiches gilt bei Abschluss von Sachversicherungen, z.B. Hausratversicherung, Gebäudeversicherung.

Es bestehen aber auch Obliegenheiten, also Verhaltenspflichten während der Laufzeit eines Versicherungsvertrages. Ein Versicherungsnehmer muss von sich aus eine Risikoveränderung, z.B. eine Gefahrerhöhung, Umzug etc. dem Versicherer anzeigen. Ebenso können Veränderungen an der versicherten Sache, z.B. Umbau eines KfZ zu einer größeren Gefahr und zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Ein Versicherer prüft auch hier im Schadensfall, ob seit Abschluss des Versicherungsvertrages Veränderungen eingetreten sind.

Versicherungsmakler oder Versicherungsvertreter - unabhängig beraten!

Vertrauen ist der Grundpfeiler jeder Beratung, birgt jedoch auch Gefahren.

Es ist deshalb wichtig, dass der Versicherungsnehmer weiß, mit wem er es zu tun hat. Der  Versicherungsmakler gehört zu den Kaufleuten und ist nicht an ein bestimmtes Versicherungsunternehmen gebunden, sondern arbeitet grundsätzlich im Interesse des Versicherungsnehmers. Aber beachten Sie. Der Versicherungsmakler wird in der Regel durch die Provision bei Abschluss des Versicherungsvertrages bezahlt. Es kann also ein finanzielles Interesse des Maklers bestehen, eine ganz bestimmte Versicherung mit hoher Provision zu verkaufen oder zu vermitteln.

Der Versicherungsvertreter arbeitet im Auftrag eines Versicherungunternehmens und wird Ihnen daher auch nur Versicherungen seines Unternehmens anbieten.

Daneben gibt es auch den sog. Honorarversicherungsberater. Er vereinbart mit jedem Kunden für seine Beratung ein Honorar. Für den Honorarberater besteht regelmäßig kein finanzielles Interesse auf Abschluss einer Versicherung, da er bereits mit der Beratung entlohnt wird, wie dies bei Rechtsanwälten oder Steuerberatern der Fall ist

Zahlreiche Probleme

Im Versicherungsrecht sind zahlreiche Probleme versteckt, die häufig eine Beratung durch einen Fachanwalt für Versicherungsrecht unumgänglich machen.

Was Versicherungsnehmer oft nicht wissen. Auch Jahre nach Abschluss kann der Widerruf des Versicherungsvertrages (bspw. Lebensversicherung) erklärt werden. Die Versicherung muss anschließend regelmäßig sämtliche Beiträge zurückzahlen. Fahrlässigkeit (Abschaffung des „Alles-oder-nichts-Prinzip“), der vollständige Ausschluss von Versicherungsleistungen bei fahrlässigen Verstößen oder Handlungen. Bei Eintritt des Schadensfalles werden häufig Versicherungsleistungen nicht gewährt. Bei einem Wegeunfall, Arbeitsunfall, oder Berufskrankheit stehen Ihnen jedoch zahlreiche Leistungen zu, wie

 

  • Rehabilitationsleistungen
  • Heilbehandlungen
  • Pflegegeld
  • Heimplege
  • Krankengeld
  • Pflegekraft
  • Schmerzensgeld
  • Verdienstausfall
  • Haushaltshilfe
  • Leistungen bei einer Pflegebedürftigkeit

Rentenversicherung und Pflegeversicherung

Eine der wohl wichtigsten Versicherungen. Hierbei sind insbesondere die Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, auch als Frührente bekannt, die Altersrente mit Eintritt des Rentenalters, Rente wegen Tod, so bspw. Witwen- und die Waisenrente zu nennen. Auch den Hinterbliebenen stehen Ansprüche bei Tod durch Arbeitsunfall oder Berufskrankheit zu, wie beispielsweise das Sterbegeld, Waisenrente oder Überführungskosten. Die Pflegeversicherung versichert gegen das Risiko der Pflegebedürftigkeit. Die Leistungen werden nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit bemessen und in Pflegestufen eingeteilt. Häufig werden Pflegebedürftigen fehlerhaft eingestuft, so dass anwaltliche Hilfe erforderlich ist.